Hans D. Baumeister

Hans D. Baumeister

Squier Affinity Telecaster

Nachdem ich so viel gutes über die Affinity Serie von Squier gelesen und auf YouTube gesehen hatte, habe ich mich für die Telecaster in Racing Green entschieden und bei Thomann bestellt.
 
Als das Paket zwei Tage später bei mir ankam, war ich schon sehr gespannt. Die Gitarre (Box in Box) war gut verpackt und vom Transport unbeschädigt. Nun habe ich für den Preis (€199) kein Meisterwerk erwartet, aber was in dem Karton verpackt war, hat mich ziemlich geknickt.
 
Die Qualitätskontrolle bei Squier hat nicht funktioniert. Laut Aufdruck auf der Rückseite des Headstock wurde die Gitarre in Indonesien gefertigt. Das hat mich ziemlich überrascht, war ich doch der Meinung gelesen zu haben, dass die Fertigung in China stattfindet. Auf der Squier Website findet man dieses Modell seltsamerweise überhaupt nicht...
 
Aber fangen wir mal mit dem Positiven an:
 
  • Die Farbe ist wirklich der Knaller! Die Lackierung des Body 1A. Um so mehr bin ich traurig, dass ich sie zurückschicken werde.
  • Das Gewicht ist perfekt, die Gitarre sitzt gut ausbalanciert auf dem Bein.
  • Das Indian Laurel Fingerboard hat mich positiv überrascht - es ist nicht ganz so homogen wie Rosewood, aber sieht trotzdem klasse aus und fühlt sich auch gut an.
  • Die Tuner laufen gut und die Gitarre lässt sich präzise stimmen.
 
Nun zu den kleinen Problemchen, die mich - wären da nicht zwei Große gewesen - nicht dazu bewegt hätten die Gitarre zurück zu schicken:
  • Der Hals ist komplett unbehandelt. Das fühlt sich nicht einmal schlecht an, dürfte aber nach einiger Nutzung schnell zu speckigem Aussehen führen. Schließlich wäscht man sich nicht immer die Hände, bevor man seine Klampfe spielt.
  • Die Potis laufen zwar recht gut, die Knöpfe (in Billigstausführung!) schleifen aber etwas. Könnte man ggf. justieren.
  • Der Pickup-Schalter läuft gut, leider ist der Knopf so locker dass er beim ersten fliegenden Wechsel wahrscheinlich auf die Bühne fällt. Kann man natürlich fixieren.
  • Auf der Rückseite vom Hals waren mehrere Druckstellen, die für mich aussahen wie von Fingernägeln. Das ist schade und unnötig, deutet aber auf schlechtes Qualitätsmanagement in der Produktion hin.
  • Der Tuner für die 1. Saite war leicht schräg montiert. Kann man sicher justieren.
  • Die Intonation war komplett schräg - keine Saite hat gestimmt. Da hat voraussichtlich niemand draufgeschaut. Endkontrolle? Siehe unten!
 
Jetzt aber die zwei Punkte, die mich dazu bewegten die Tele sofort wieder einzupacken:
 
Zum einen ragte der Bridge-PU zur 1. Saite hin komplett aus dem Loch, inkl. der Schraube auf dieser Seite... So etwas habe ich noch nicht gesehen. Der PU ließ sich auch nicht reindrücken. Ich wollte nicht anfangen, an der Schraube rumzudrehen, aber wahrscheinlich hätte man die Saiten runter und den Pickup aus- und wieder einbauen müssen. Endkontrolle? NIX!

Squier_PUP
 
Zum anderen sind die Sattel der Brücke meiner Meinung nach schlicht zu breit. Das dürfte dann aber ein Serienproblem sein: die 1. Saite verlief ab dem 19. Bund außerhalb des Halses! Ich konnte das auch nicht durch Verrutschen der Sattel beheben. Da die Saite auch außerhalb des Eisenstabs vom Pickup lief (die 6. Saite lief genau mittendurch) und die Tendenz über alle Saiten erkennbar war, deutet alles darauf hin dass die Sattel ca. 1mm zu breit sind und dadurch eine Abweichung von ca. 5-6mm bei der 1. Saite auftritt.

Squier_String
 
Meine Vermutung: Squier hat die Produktion dieser Gitarrenserie von China nach Indonesien verlagert und die Gitarre die ich bekommen hatte war ein Beispiel eines schlechten Qualitätsmanagement in der Produktion.
 
Was ich wirklich schade finde ist, dass Thomann - sonst immer hoch gelobt für die Einstellung und Überprüfung von Gitarren die in den Versand gehen - hier komplett versagt hat. Die zwei Extremfehler (Pickup und Saitenposition) wären sofort aufgefallen, wenn jemand bei Thomann sich die Mühe gemacht hätte den Karton zu öffnen und die Gitarre anzuschauen. Scheinbar macht Thomann das nur für ihre Hausmarke Harley-Benton.  
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Fiat 500 Fahrbericht

Es hatte geklappt… meistens bekommt man bei Mietwagenfirmen ja nicht das Modell, das man sich ausgesucht hat (sondern ein „Äquivalentes“), aber diesmal hatte ich bekommen was ich bestellt hatte: Einen Fiat 500.

Ich war einige Tage ohne Familie auf Mallorca und das Auto war sogar bei Budget sehr günstig - und ich wollte schon immer mal dieses doch ziemlich knuffig aussehende Gefährt testen.
Ich bekam einen schwarzen Cinquecento mit Gangschaltung und voraussichtlich dem kleinsten Motor, den es gibt (gefühlte 479cc, wie beim Original aus 1957…). Erster Eindruck: Kart mit Dach. Keine Ahnung wie der Wendekreis von dem 500 ist, aber sicher nicht mehr als 7m. Die Lenkung lässt sich sehr gut kontrollieren, was eine Fahrt durch das Tramuntana Gebirge effektvoll zeigte: noch nie bin ich so locker um Passkehren gewutscht wie mit diesem Auto - natürlich war das auch dem extrem kurzen Radstand geschuldet.

Leider sind die Sitze ganz und gar nicht für diese Fahrweise geeignet, sie bieten gefühlt negativen Seitenhalt. Merke: willst Du einen Fiat 500 kaufen, dann nur mit Sportsitzen!
Der Motor war so schlapp, dass ich Mühe hatte die steileren Passagen ohne drastisches Herunterschalten zu schaffen. Nicht einmal hochgedreht kommt irgendwo auf der Drehmomentkurfe auch nur eine Beule.
Merke: den 500 ganz und gar nicht mit der Minimalmotorisierung kaufen, außer er wird absolut und exklusiv in der Stadt bewegt.

Fairerweise möchte ich festhalten, dass das Getriebe erstaunlich präzise zu bedienen war, mit kurzen Wegen. Mit guter Kupplungsarbeit war der Gangwechsel in einer gefühlten Zehntelsekunde erledigt.
Leider wurde scheinbar nicht das selbe Niveau für die konstruktion der Hebelage am Lenkrad engagiert wie das beim Getriebe der Fall war. Vor allem der Blinkerhebel war ein Desaster. Schon für meine mittelgroßen Hände war der Hebel eigentlich zu weit nach hinten gesetzt; für das eigentliche (meiner Vermutung nach) Käufertum dieses Autos - Frauen - sicher unerreichbar, vor allem wenn man das Fernlicht einschaltet - dazu wird der Hebel nämlich nochmals nach hinten gedrückt.

Darunter und völlig vom Lenkrad verdeckt ist der Hebel für den Tempomaten, was dazu führte dass ich diesen trotz einiger Autobahnstrecke nie nutzte. Schade, eigentlich.
Der letzte Fiat den ich gefahren bin (vom Ducato-basierten Wohnmobil meiner Eltern abgesehen, aber das zählt kaum als PKW) war ein damals schon alter 128, vor gut 30 Jahren. Das Auto war ein Fiasco in jeder Hinsicht. Ständig kaputt, total verrostet und ohne irgendein Gen zu regen, das man von einem italienischen Auto erwarten würde.

Somit war dieser 500 - bis auf den Motor und die Blinker / Tempomathebel - eine enorme Verbesserung zu dem Uraltmodell, das glücklicherweise eine damalige Freundin besaß und nicht ich.
Ansonsten, aber das ist Größenbedingt, darf man noch die Rundumsicht durch die Vorderscheibe bemängeln. Z.T. war da bei engen Passkehren doch ein schnelles nach Vorne rutschen und „um die Ecke gucken“ erforderlich. Die Öffnung nach vorne ist einfach zu klein - den selben Effekt hatte ich schon beim Mini, in dem man besser nicht als Erster an einer Kreuzung mit der Ampel über einem sitzt - außer man hat ein Sonnendach.

Ein solches Dach hatte der 500 übrigens, was vor allem bei der Fahrt durch die Schluchten zwischen Caimari und Escorca vorteilhaft war. Das Dach ließ sich leider nicht öffnen.
Wenn wir schon bei den Ausmaßen sind: das Auto ist so klein, dass es für mehr als 2 Personen absolut ungeeignet ist. Es gibt zwar Rücksitze, die dürften aber höchstens zum Umklappen geeignet sein, um das was sich hinten „Kofferraum“ schimpft zu erweitern. Mehr als mein Handgepäck konnte ich dort nämlich nicht verstauen.

Über das eingebaute Entertainment-System (das auf Microsoft Car basiert, zumindest wurde ich aufgefordert diese App auf meinem iPhone zu installieren als ich es in die USB Buchse steckte). Ich habe nur ein Mal Radio gehört und keine Telefonfunktionen genutzt.
 
Fazit: Für 1-2 Personen mit minimalistischem Gepäck und keinen Geschwindigkeitsambitionen für ein paar Tage geeignet. Ein Traum in engen, spanischen Parkhäusern (in denen man manchmal schon mit einem Kompaktwagen ins Schwitzen kommt). Sehr gutes Getriebe mit furchtbar schlappem Basismotor.  Für die Stadt sicher gut geeignet, wenn man die Rücksitze umklappt hat man sogar genug Platz für den Wocheneinkauf.
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AVM betreibt "planned Obsolescence"

Da ist er mal wieder: der häßliche Kopf dieses modernen Monsters der "planned Obsolescence" - auf Deutsch: "geplante Überalterung".

Wohl bekannt von Firmen wie Apple, scheint auch AVM diesen Trend aufgegriffen zu haben.

Konkret: ich nutze zwei 7270 Fritzbox Geräte im Haus, u.a. als einfacher WLAN Zugangspunkt. Jetzt kam die Überlegung auf, eine AVM Steckdose zu kaufen, um übers Handy diese fernsteuern zu können. Die Steckdose nutzt DECT als Übertragungsweg, geschuldet der fehlenden Unterstützung von modernen (und sicherlich geeigneteren) Technologien wie Zigbee. Aber das muss ja dem Ding keinen Abbruch geben.

Leider hat die 7270 - da ein etwas älteres (aber noch einwandfrei funktionierendes) Gerät - schon länger kein Update mehr bekommen. AVM hat die Firmware der 7270 bei 6.06 eingefroren.
Um zu sehen ob die für diese Steckdose notwendige Software, "MyFritz", für den Alltag tauglich ist wollte ich diese schon mal mit der 7270 testen. Leider haben alle Versuche nicht gefruchtet, eine Verbindung herzustellen - immer wieder wurde ein SSL Fehler ("-1200" - das ist ja noch schlimmer als bei Windoof) als Verbindungsproblem angezeigt.

Jetzt habe ich auf der
AVM Website den Grund dafür gefunden:

Durch Änderungen in iOS ist die Kommunikation zwischen MyFRITZ!App und FRITZ!Box ab iOS 8.4.1 nur noch möglich, wenn auf der FRITZ!Box FRITZ!OS 6.10 oder neuer installiert ist:Installieren Sie auf der FRITZ!Box das aktuelle FRITZ!OS.



Klasse. Die Version 6.10 gibt es - wie oben erwähnt - für die 7270 nicht. D.h. ich soll jetzt effektiv beide Fritzbox Geräte, die einwandfrei ihren aktuellen Dienst tun, entsorgen und Neue kaufen…

Tja, da wird wohl nix draus, AVM… dann wechsle ich doch lieber den Anbieter!
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Warum ich nicht mehr bei Opodo buche

Da ich kurzfristig nach Amsterdam reisen musste und Lufthansa nur noch Business Klasse für den Rückflug im Angebot hatte, schaute ich kurz auf Opodo nach ob es noch andere Flüge gäbe die günstiger wären.

Prompt fand ich die selben Flüge wie auf Lufthansa.de gute 100€ günstiger - klar, da habe ich zugeschlagen. Die Buchung ging relativ reibungsfrei durch - über die Gestaltung von Webseiten kann man ja endlose Diskussionen führen, meiner Meinung nach gehört die von Opodo allerdings nicht zu den Besseren.

Prompt bekam ich auch eine Email mit der Bestätigung, dass die Buchnung in Bearbeitung sei. Kurz danach wurde mir eine sehr kurze Email zugestellt, dass es ein Problem mit meiner Kreditkarte gäbe und ich den Kundenservice anrufen solle. Klar, die Email kam um ca. 19:00 Uhr, der Kundenservice ist aber nur bis 18:00 Uhr erreichbar. Toll.

Opodo bietet für so wichtige Themen wie Zahlungsprobleme weder eine Email-Adresse noch ein Web-Formular, über die ein Kunde asynchron kommunizieren kann. Das darf ja auch gerne auf das eingeloggte Kundenkonto eingeschränkt werden, um Spam möglichst zu vermeiden.

Am nächsten Tag versuchte ich es mit dem Anruf. Mir wurde von einer Computerstimme mitgeteilt, dass 29 Anrufer vor mir dran wären und die durchschnittliche Wartezeit mit über einer Stunde berechnet wäre. Ich legte wieder auf - so viel Zeit hatte ich dann doch nicht zu verschwenden.

Also versuchte ich es heute Morgen nochmals. Diesmal nur 19 Anrufer und 28 Minuten. Scheinbar ist die Wartezeit nicht im linearem Verhältnis zur Anzahl der Anrufer aber sei's drum. In der Zwischenzeit versuchte ich in Parallel mein Glück mit einer Email an support@opodo.de. Eine Rückmeldung per Email habe ich bis dato nicht erhalten, auch keine dass es diese Adresse nicht gibt. War ja klar.

Faktisch hat wohl mein Kreditkarten-Anbieter die Zahlung abgewiesen. Opodo hatte auch schon die Transaktion komplett storniert, wurde mir mitgeteilt. Einfach so - eine Information (z.B. eine Email, das kostet nix) habe ich diesbzgl. nicht bekommen. Dass das System zu solchen Emails fähig ist zeigte sich, als ich den freundlichen Herrn am Telefon um eine schriftliche Bestätigung bat, die dann noch während des Telefonats bei mir ankam.

Opodo scheint zu denken dass sie unwichtige Ware handelt, bei der auch der Kunde kein Problem hat wabb sie ankommt oder ob sie überhaupt ankommt. Dass es im Onlinehandel guten Kundenservice geben kann beweist Amazon - Opodo hat nicht verstanden dass sie ohne treue Kundschaft kaum überleben wird. Man stelle sich vor, den Jahresurlaub bei Opodo zu buchen, bei solch einem grottenschlechten Service!

Nie wieder Opodo, schon gar nicht bei der Wartemelodie!
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Versteht der Bitkom sein Fachgebiet?

In der Wirtschaftswoche Online gab es gestern diesen Artikel zum Telekom-Sicherheitsdesaster zu lesen. Mit reißerischer Headline: "Der Fensterbauer haftet nicht, wenn eingebrochen wird".

Dem Artikel nach sagte die Bitkom-Geschäftsleiterin Sicherheit und Datenschutz, Susanne Dehmel: "Der Fensterbauer haftet auch nicht, wenn in eine Wohnung eingebrochen wird oder der Hersteller von Fahrradschlössern für den Diebstahl von Fahrrädern".

Versteht Frau Dehmel - und damit der gesamte Bitkom-Bereich überhaupt, um was es hier geht? Einen Internet-Router mit einem Fenster oder Fahrradschloss zu vergleichen deutet für mich darauf hin, dass die Komplexitäten der jeweiligen Technologien gänzlich falsch eingeschätzt werden.

Ein Internet-Router hat eine eingebaute Firewall - eine Software, dessen Aufgabe es ist erwünschte Kommunikation durch zu lassen und unerwünschte (z.B. Hackerangriffe) zu sperren. Einen solchen Router mit einem Fenster zu vergleichen ist wie der Vergleich zwischen einem Lenkdrachen und einer A380…

Übrigens haftet ein Fensterbauer sehr wohl, wenn er Sicherungszapfen nachweislich falsch einbaut oder diese komplett vergisst, das Fenster aber trotzdem als Sicherheitsklasse RC3 ausweist. Auch wenn dieser Vergleich immer noch der Komplexität eines Routers gerecht wird, kommen wir damit der Sache näher.

Und ja, wenn ein Unternehmen wie die Telekom sich für Billigware aus Fernost entscheidet und diese scheinbar nicht einmal einer eingehenden Überprüfung unterzieht, dann sehe ich (gewiss als juristischer Laie) sehr wohl ein Haftungsfall. Es gibt auch einen deutschen Routerhersteller, über erfolgreiche Hacks dessen Geräte mir nichts bekannt geworden ist. Klar, die kosten natürlich auch mehr.

Bitkom: Note 6, setzen!

Natürlich kann eine Herstellerhaftung nicht ohne Einschränkungen gelten. Öffnet ein unbedarfter Anwender die falschen Firewall-Ports nach draußen, muss er sich nicht wundern wenn Eindringlinge fröhlich in seinen Dateien stöbern - dafür sollte der Betreiber bzw. Hersteller eines Routers sicher nicht haftbar gemacht werden.
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